Überzeugung

„Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7, 21)

So leicht erkennt unser Kopf was das Richtige ist uns doch so schwer fällt es und den ersten kleinen Schritt in die Richtung einer Veränderung zu gehen, und noch schwerer ist es auf diesem Weg zu bleiben. Es ist ein langer Weg (den wir nicht ohne Gottes Hilfe schaffen) zwischen Kopf und Herz und zwischen Herz und Tat.

Laut glauben?


„Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen.“ (Röm 10, 10)

Kennst du das, dass du über eine Sache nachdenkst und alles stimmig erscheint, bis du es anderen erzählen willst, dann bist du plötzlich nicht so sicher, ob das eine gute Idee ist, ob sie gut ankommt. Manchmal auch, wenn wir Dinge aussprechen, merken wir selbst, bevor die Antwort kommt, dass es nicht so stimmig klingt, wie noch gerade im eigenen Kopf.

Wir machen uns oft was vor und brauchen einen Realitätscheck. Deswegen sagt die Bibel, dass wir nicht nur im Herzen glauben, sondern den Glauben auch laut bekennen sollen. In verschiedenen Situationen des Alltags laut auszusprechen, dass Gott das im Griff hat, oder, dass er mir jetzt ganz nahe ist, verifiziert, ob ich das wirklich glaube, oder ob sich das doch fremd anfühlt.

Und was ist mit dem Kern deines Glaubens, mit der Liebe zu Gott aus ganzem Herzen? Wie fühlt sich das an, wenn du Jesus laut deine Liebe zu ihm bekennst?

Nova et vetera

„Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.“ (Jes 11, 1)

Sowohl das Alte, Gestandene spielt eine Rolle im Gottes Plan, wie das Neue, noch klein und unbekannt, das das Alte in Frage stellt, es aber nicht vernichtet.

Ein wichtiges katholisches Prinzip, das uns im Alltag verloren geht lautet: UND! Im Konflikt nicht nur eine Seite hören, sondern beide. Nicht nur bewahren wollen, aber auch nicht nur Neues suchen. Ich UND du. Nicht nur ich, aber auch nicht alles nur für Andere.

offen

„Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.“ (Mt 8, 11)

Jesus ist einladend, offen. Seine Perspektive fängt erst richtig an, wo unsere schon zu Ende geht. Er sieht weiter, denkt größer, wirkt stärker.

Auch für dich gelten diese weite Horizonte und große Tiefen. Ruf Jesus an, denn ohne ihn bleibst du eng und leer.

Wecker!

„Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher.“ (Röm 13, 11)

Es ist nicht leicht früher als gewohnt aufstehen zu müssen. Aber es gibt Dinge, die wir nicht verpassen, nicht verschlafen wollen würden.

Das Wort heute meint, dass wir uns in eine Art von innerem Schlaf begeben haben, wo es bequem und sicher zugeht. Dort meiden wir Mühen und damit auch Herausforderungen. Aber so verpassen wir auch viel vom Leben und vor allem viel von Gott. Im Advent gilt es die Bequemlichkeit zu verlassen, um wach  für die Stimme Gottes zu werden.

Lebensfülle


„Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.“ (Offb 22, 2)

Im Paradies stand der Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und er würde die Fülle des Lebens allen Menschen verleihen. Wir haben uns dagegen entschieden und obwohl wir nicht mehr im Paradies aus dieser Fülle des Lebens leben, wollen wir das Schöne an diesem Leben hier nicht aufgeben.  Was Gott für uns in der Ewigkeit bereit hält übersteigt nicht nur das, sondern die paradisische Fülle unendlich. Denn der Baum des Lebens im Paradies wäre die Fülle des Schönen hier, also noch so viel mehr, als wir heute genießen. Im Himmel aber, im himmlischen Jerusalem, wird in der Mitte Lebensstrom und an ihm unzählige Lebensbäume! Das heißt die Spitze des Paradieses wird um vielfaches im Himmel gesteigert!
Tue Gutes heute und genieße das Leben! Freu dich aber auf unendlich mehr im Himmel!

Augen auf!


„Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist.“ (Lk 21, 31)

Wir ordnen Ereignisse automatisch nach Gefühl ein: angenehm = gut, unangenehm = schlecht oder wir schauen, ob uns was nützlich ist.

Jesus lädt uns ein, die Wirklichkeit über eine solch oberflächliche Sichtweise hinaus zu betrachten, und zu fragen, ob es Gott gefällt, ob ihn das ehrt, ob das aus seiner Hand kommt. Im nächsten Schritt dürfen wir alles, ob schön oder unangenehm seinem Reich zuordnen, d.h. unter seine Herrschaft stellen.

Perspektivenwechsel


„Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.“ (Lk 21, 28)

Was tun wir, wenn eine schlechte Phase beginnt? Wir machen uns Sorgen, schreiben dunkle Szenarien der Zukunft in unserem Kopf, viel Kraft wird verbraucht die immer schlechter werdende Situation auszuhalten, wir beklagen uns, sprechen uns Leid von der Seele, verschließen uns in sicheren Grenzen…

Jesus sagt, wenn all das BEGINNT… wenn die Katastrophen, schlimme Dinge, innere und äußere Kämpfe BEGINNEN, dann: richte dich auf und erheb dein Haupt!

Jesus lädt uns zur Veränderung unserer Sichtweise und der gewohnten Reflexe und Reaktionen ein. Aufrecht, mit erhobenem Haupt der Schwierigkeit begegnen. Und mit Hoffnung, dass Gott dir gerade nahe ist. Auch da muss sich ein Perspektivenwechsel vollziehen. Wenn was schlechtes auf uns zukommt oder andauert, fragen wir: Warum? Und: wo bist Du Gott?

Aus seiner Sicht ist es ganz anders, und zwar: jede Schwierigkeit, die sein Kind erleben musst, lässt ihn zu Hilfe eilen und nie eher von dem Kind weichen, bis alles wieder gut läuft. Natürlich auch dann ist Gott nahe, aber jede Schwierigkeit, ist wie eine Zusage, dass ich dann Gott besonders nahe bin.

Also: denk um, und du wirst leben!

Vorbereitung

„Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen.“ (Lk 21, 14)

Wir sind gefangen, ja, krank, was die Zukunft angeht. Wir planen, füllen Kühlschränke, schließen Versicherungen ab, aber vor allem sorgen wir uns und überlegen und überlegen und sorgen und…

Jesus sagt voraus, dass wir unseren Glauben verteidigen werden, aber dafür sollen wir uns keine Antworten zurecht legen! Sollen wir unvorbereitet für solche wichtigen Gespräche sein?

Jesus will, dass wir unseren Glauben heute aus ganzem Herzen Leben, dass wir heute den Heiligen Geist anrufen und heute aus seiner Kraft, in seinem Licht leben. Die beste Vorbereitung unseren Glauben zu bezeugen ist, aus ihm heute zu leben. Die beste Vorbereitung auf morgen ist, nicht sich darüber Sorgen zu machen, sondern heute frei von Sorgen, sich ganz auf heute zu konzentrieren.

Zorn


„Da schleuderte der Engel seine Sichel auf die Erde, erntete den Weinstock der Erde ab und warf die Trauben in die große Kelter des Zornes Gottes.“ (Offb 14, 19)

Viele wollen den Zorn Gottes als etwas Schlechtes für nicht wahr, für nicht möglich halten, denn das konnte Gott vielleicht im Alten Testament noch sein, aber nicht Gott, der sich im Neuen Testament als Liebe offenbart…

Überraschung: Der heutige Satz stammt aus dem letzten Buch der Bibel, das das Neue Testament abschließt. Gerade wenn Gott Liebe ist, muss er zornig werden können, weil es nur Menschen werden, denen etwas oder jemand wirklich auf dem Herzen liegt. Damit Gottes Liebe zu dir wahr ist, müssen auch seine Gefühle wahr sein, auch Zorn.

Das bedeutet nicht, dass Gott im Zorn handelt. Er tut nicht aus Emotionen heraus, unüberlegt, und schon gar nichts Schlechtes oder Schädliches!
Dass Gott zornig wird, ist eine freue Botschaft, dass sein Herz lebendig ist und sensibel dir gegenüber!